29.12.2006
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Neue Mogelpackung im Schweriner Landtag
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Zur Hauptseite wechseln„Liegt die Souveränität bei einer großen Versammlung und versucht eine Anzahl von Versammlungsmitgliedern, ohne dazu ermächtigt zu sein, sich gesondert abzusprechen, wie man die übrigen Mitglieder in die Hand bekommen könnte, so ist dies eine ungesetzliche Parteibildung oder Verschwörung, da es sich um ein betrügerisches Ausnützen der Versammlung zugunsten eines Sonderinteresses handelt.“ – Thomas Hobbes, „Leviathan“ II, 22
Schwerin / Mecklenburg: Der Umgang mit der NPD im Schweriner Landtag offenbarte ja bereits unmittelbar nach dessen Eröffnung, aus welchem Stoff die hierzulande so angepriesene „Demokratie“ tatsächlich besteht. So änderte man eigens bestehende Gesetze und Geschäftsordnungen, um sicher zu gehen, daß die NPD-Fraktion nicht nur weniger finanzielle Zuwendungen erhält, als es bislang gewöhnlich bei Fraktionen im hohen Hause üblich war, sondern daß sie in ihren parlamentarischen Möglichkeiten soweit es möglich ist beschränkt wird.
Inzwischen ist man bereits dabei in dieser Hinsicht erneut einen draufzusetzen. So steht die Wahl der Parlamentarischen Kontrollkommission (PKK) bevor, einem fünfköpfigen Gremium, dem nach Angaben des NORDKURIERS derzeit noch Abgeordnete angehören, die gar nicht mehr zum Landtag gehören. In ihrer bisherigen Zusammensetzung gehörten ihr jeweils zwei Vertreter von CDU und SPD sowie einer der PDS an. Nach normalem Recht müßte auch die künftige Zusammensetzung Vertreter jeder parlamentarischen Landtagsfraktion berücksichtigen. Mit anderen Worten, auch die NPD hätte das Recht einen Abgeordneten in diese Kommission zu entsenden.
Doch genau das will man verhindern. So bestätigte CDU-Landtagsfraktionschef Armin Jäger gegenüber der Presse bereits, daß man derzeit eine Gesetzesänderung überlege, nach der sich in den Ausschüssen die Mehrheiten im Landtag wiederspiegeln würden. So soll im bestehenden Gesetz über die Bildung einer Parlamentarischen Kontrollkommission (PKK) der Passus gestrichen werden, wonach jede Fraktion das Recht auf mindestens einen Sitz in dieser habe.
Der NORDKURIER dazu am 23. Dezember:
„Ein kleines Gremium könne sehr viel besser die Geheimhaltung garantieren als ein vielköpfiges, wäre eine mögliche Begründung dafür. Sichergestellt werden soll jedoch, dass die Opposition in der PKK vertreten ist, hieß es.“
Wer Opposition ist, so will es uns scheinen, bestimmt die regierende Koalition nebst ihren Satelliten. Gelebte Demokratie wie sie im Buche steht, eigentlich kaum begreiflich, daß immer mehr Menschen sich von dieser Art Freiheit abwenden, indem sie sich mehr oder minder offen von einem solchen System distanzieren. Sei es nun durch Wahlenthaltung, die Wahl der NPD oder aber durch zivilen Widerstand gleich welcher Art, denn bei der Bekämpfung eines solchen Systems ist inzwischen, da demokratische Mittel offenbar ausfallen, weil sie faktisch nach und nach abgeschafft werden, jedes Mittel recht, zumal das Grundgesetz (GG 20, IV) in diesem Fall ja recht eindeutig ist.
Machenschaften wie die in Schwerin, die lediglich nur eine Spitze des Eisbergs sind, lassen im Grunde kaum noch andere Alternativen zu.
Quelle: Störtebeker-Netz