23.07.2010
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Ilja Grigorjewitsch Ehrenburg – Leben und Hetze
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Zur Hauptseite wechseln“Unser Geschäft besteht darin, Deutsche zu töten - es kommt nicht darauf an wie.”
„Es darf keine Gnade, keine Nachsicht geben. [...] Wir marschieren durch Pommern. Nun ist die Rache über die Deutschen gekommen. [...] Sie stürzen hierhin und dorthin, sie winseln unter den Granaten und Schneestürmen, die Hexen und Vampire Deutschlands. Sie rennen, aber sie können nirgendwo hinrennen.“
Kindheit und Jugend
Geboren wurde Ilja Ehrenburg im Russischen Zarenreich, im Januar des Jahres 1891. Er wuchs in bürgerlichen Kreisen auf, immerhin war sein Vater Ingenieur. Dieser wurde später, als die Familie nach Moskau zog, sogar Direktor einer Brauerei. Materielle Sorgen, so wie die Bevölkerungsmehrheit im damaligen Russland, kannte die Familie Ehrenburg nicht. Daher konnte ihr Sohn auch ein Spitzengymnasium besuchen, sollte aus dem Jungen doch mal was „Besseres“ werden. Doch Ilja entglitt seinen Eltern, er tauschte seine vorgezeichnete, gesicherte Existenz gegen den Reiz der jugendlichen Rebellion. Er hing sich an einen Nikolai Bucharin, der dieselbe Schule besuchte, zwei Jahrgänge über Ehrenburgs Klasse. Dieser zog ihn in bolschewistische Untergrundaktivitäten, was für Ehrenburg mit Verhaftung, Gefängnis und Verbannung endete. Im Zuge seines Abgleitens flog er natürlich von der Schule und schloß sie auch im Nachhinein nie ab. Der Vater versuchte ihm noch zu helfen, indem er für seinen Sohn auf Ehrenwort eine Kaution hinterlegte. Gleichzeitig ermöglichte er ihm einen Auslandsaufenthalt, auch um ihn aus der Schußlinie zwischen Umstürzlern und Staatsautorität zu nehmen.
Doch es half nichts mehr, der Sohn setzte sich nach Paris ab und der Vater mußte den Verlust der Kaution tragen. Ilja, vom Vater ins Ausland gerettet, tingelte die bolschewistischen Zentren in Europa ab. Traf sich mit Trotzki in Wien, mit Lenin in Paris und verliebte sich in diese Stadt und ihre Frauen. Das entfernte ihn einerseits der regelmäßigen politischen Arbeit, kostete aber auch Geld, das er nicht hatte.
Er appellierte an seine Familie in Rußland. Und obwohl er sie so enttäuscht hatte, hielten sie ihn über Wasser. Das bißchen, das er durch Stadtführungen einnahm, hätte für sein „Künstlerleben“ niemals ausgereicht. Er versuchte sich erstmals als Poet und Übersetzer französischer Dichtkunst ins Russische – beides Pleiten.
Obwohl er, 1910, in Paris erst 19 Jahre alt war, trat ein entscheidender Aspekt seines Lebens damals schon deutlich zu Tage – das verantwortungs- und heimatlose in seinem Charakter.
Früh setzte er seine Existenz aus Spiel – „Revolutionär“ und Schulrausschmiß. Rettung durch den Vater – Enttäuschung der Familie und sich doch von ihr aushalten lassen. Mit 20 Jahren verdrehte er mit seiner Attitüde als jugendlicher Schwärmer und Poet einer Medizinstudentin den Kopf, entehrte sie, ließ sie dann aber unverheiratet und später mit der gemeinsamen zweijährigen Tochter sitzen.
“Wenn du einen Deutschen getötet hast, so töte einen zweiten, für uns gibt es nichts Lustigeres als deutsche Leichen.”
“Wenn du ein gerechter und gewissenhafter Mensch bist, töte einen Deutschen.”
Doch noch Revolutionär?
Der Ausbruch der ersten Weltkrieges brachte Ilja Ehrenburg in eine brenzlige Lage – des Vaters Geld floß nicht mehr. In seiner Verzweiflung wollte Ilja sich sogar freiwillig für die französische Armee melden. Und obwohl die gerade jeden Mann brauchen konnte, wurde er hier wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben mit einer knappen, sachlichen Einschätzung seiner Existenz konfrontiert – Prädikat: „untauglich“.
Um nicht zu verhungern, mußte er nun für seinen Lebensunterhalt richtig arbeiten – er schlug sich auf einem Verladebahnhof als Hucker durch. Doch reichte diese Konfrontation mit dem realen Leben nicht allzu lange. Seine Kontakte zu anderen Russen nutzend, konnte er sich als Kriegskorrespondent für russische Zeitungen empfehlen.
Als der Zar 1917 in Rußland von den Helden aus Iljas Jugendjahren gestürzt wurde, zog Ehrenburg ihnen hinterher. Natürlich stürzte er sich nicht selbst den Kampf, er schrieb darüber. Oder, wie man heute sagen würde, er machte Projekte.
1918 in Kiew versuchte er sich in der Arbeit mit kriminellen Jugendlichen. Er leitete eine Theatergruppe und tauchte bei Alphabetisierungsprogrammen auf. Und natürlich suchte er wieder Frauenbekanntschaften. Die eine, Ljuba Michailowna, heiratete er, ohne jedoch darauf zu verzichten sie mit einer anderen, Jadwiga Sommer, zu betrügen. Die erstere Kunst-, die zweite Literaturstudentin. Und die zweite sollte nicht die letzte gewesen sein.
Auch in Sachen gesellschaftlicher Zukunft war er sich scheinbar noch nicht sicher, auf welches Pferd er „setzen“ sollte. Zwar war er im bolschewistischen Revolutionstaumel nach Rußland gereist, doch als Kiew wieder von den konterrevolutionären „Weißen“ unter Denekin besetzt wurde, schrieb er auch diesen Lobhuldigungen in örtlichen Zeitungen. Scheinbar wußte Ilja Ehrenburg mal wieder nicht, wem er sich anschließen sollte.
Denn schon ein Jahr später, 1919, sah man ihn mit seiner Frau, seiner Geliebten und der Familie des Literaten Mandelstam auf der Krim, die Projekte in Kiew waren da schon wieder vergessen. Der gesamte Künstlertroß schlüpfte bei einem Bekannten Ehrenburgs aus Pariser Zeiten unter. Die Nachkriegs- und wirren Revolutionszeiten ließen diese Künstlerkommune natürlich Hunger leiden. Also versuchte es Ilja Ehrenburg wieder bei den „Roten“. Auf abenteuerlichen Wegen zog er nach Moskau und leitete dort 1920 ein Kinder- und Jugendtheater. Diese Wechsel zwischen Bolschewisten, ihren Gegnern und wieder zurück ließen auch lange nach seinem Tod seine Kritiker nicht zur Ruhe kommen. Im besten Falle war er ein Spion, fraglich nur für welche Seite. Wahrscheinlich nahm er jedoch nur, was und wo immer er es kriegen konnte.
Auffällig ist jedoch, daß Ehrenburg und seine Frau, obwohl der Spionage für General Wrangel beschuldigt, 1921 Pässe der bolschewistischen Regierung erhielten. Mit diesen konnten sie auch prompt aus dem Paradies der Werktätigen ausreisen. Stationen waren Riga, Kopenhagen, London und endlich wieder Ehrenburgs geliebtes Paris.
„Wir werden töten. Wenn du im Laufe des Tages einen Deutschen nicht getötet hast, ist dein Tag verloren. Wenn du denkst, daß dein Nachbar für dich einen Deutschen tötet, dann hast du die Bedrohung nicht erkannt.“
“Fühlst du dich übel – töte einen Deutschen.”
Zwischen den Stühlen
War er es dort schon oder machte er sich erst unbeliebt? Genaues weiß man nicht. Jedenfalls wurde er schon nach kurzer Zeit aus Frankreich als „unerwünschte Person“ ausgewiesen. Ein Seebad in Belgien war der nächste Aufenthaltsort, und das alles, obwohl er und seine Frau ja offiziell nicht arbeiteten. Um seine Existenz zu rechtfertigen, fing Ehrenburg wieder an zu schreiben – diesmal sollte es ein Roman werden. „Die ungewöhnlichen Abenteuer des Julio Jurento“ hieß das Werk.
Obwohl Ehrenburg dieses immer für sein bestes Werk hielt, ist es heute von der literarischen Welt vergessen.
1922 zog es die Eheleute nach Berlin. Berlin war unter mehreren Gesichtspunkten Ehrenburgs wichtigste Stadt. Die Jahre, die er hier verbrachte, gelten als seine quantitativ produktivsten auf dem Gebiet der Schaffung von Romanen und Gedichten. Er kümmerte sich umtriebig um russische Künstler in Berlin und betreute Gäste aus der Sowjetunion. Er war beiderseits, sowohl mit vor den Bolschewisten geflohenen Exilrussen als auch deren Verfolgern, wenn sie zu Gast kamen, umtriebig und stets „mit allen gut Freund“.
Und Berlin war die Hauptstadt des Volkes, das er knapp 20 Jahre später mit seinem unbändigen Haß überziehen sollte. Es boten sich für Charaktere wie dem seinen im Berlin der „goldenen 20er“ alle Möglichkeiten – doch das Irrlicht zog weiter. Natürlich nicht, ohne vorher wieder einmal seine Frau zu hintergehen – diesmal mit der Frau seines Verlegers.
1924 war er schon wieder in der Sowjetunion, dann wieder Italien, und zu seiner Freude durfte er sich doch wieder in Paris niederlassen. Dann 1926 wieder in der Sowjetunion, obwohl er im Ausland permanent kritische Berichte über „Die Heimstatt aller Werktätigen“ veröffentlichte.
1931 ist er wieder in deutschen Landen unterwegs – dann wieder in der Sowjetunion. Um diese Zeit herum wurde er ein „Offizieller“. Er wurde bei der sowjetischen Iswestia als Korrespondent fest angestellt. Und doch lebt er kurze Zeit später wieder in Paris, wohin er auch seine Tochter (aus der Vorkriegaffäre mit der Medizinstudentin) nachgeholt hatte. Inzwischen hatte er sie adoptiert. Und obwohl die Mutter in der Sowjetunion lebte, erreichte es Ehrenburg, daß die Tochter zu ihm nach Paris ausreisen durfte.
Dieser Einfluß auf das scheinbar Unmögliche, den Ehrenburg hatte, ist das zwielichtige Moment in seinem Leben. Denn obwohl er die Zustände in der Sowjetunion und die Spitzen von Partei und Staat von seinem gutbürgerlichen Aussichtspunkt in Frankreich aus immer kritisierte – man ließ ihn gewähren, ja man las ihm seine Wünsche von den Augen ab.
Als 1936 in Spanien der Bürgerkrieg ausbrach war Ilja Ehrenburg dabei – natürlich nur mit Stift und Block, nun aber in staatlichem Auftrag. Die Iswestija schickte ihn im Land herum und er machte auch fleißig Propaganda unter dem spanischen Volk. In dieser Periode als sowjetischer Agitator schreibt er keine kritischen Artikel mehr über die Sowjetunion. Im Gegenteil, über die brutalen Methoden zur Durchsetzung der kommunistischen Herrschaft, vor allem in Bezug auf die Unterdrückung der gläubigen Bevölkerung, verliert er nicht ein Wort. Gebrandschatzte Klöster und geschändete Nonnen gab es in seinen Berichten nicht. Er wußte wohl warum. Diese einseitige Berichterstattung sollte sich auszahlen. Er war 1937 gerade wieder in der Sowjetunion und dort schlugen soeben die Wellen stalinistischer Säuberungsaktionen hoch. Sein Idol aus Jugendtagen, Bucharin, wurde von ihnen verschlungen, Ehrenburg blieb unangetastet. Das, obwohl mehrere Angeklagte Ehrenburg schwer belasteten. Für hunderte Andere bedeuteten solche Denunziationen den sicheren Tod in der Folterkellern des NKWD.
Doch Ehrenburg reichten, nach mehreren Berichten, zwei Briefe an Stalin und er durfte 1938 samt seiner Frau die Sowjetunion wieder in Richtung Spanien verlassen. Natürlich blieb er auch bezahlter Korrespondent der Iswestija. Um diesen Sachverhalt rankte sich die nächste Merkwürdigkeit in Ehrenburgs Leben.
Ab Mai 1939, in Europa verdichteten sich von allen Seiten die Gewitterwolken eines neuen Völkerbebens, wurden seine Artikel in der Iswestija nicht mehr gedruckt. Scheinbar war er wieder der Ausgestoßene – und dennoch wurde sein Gehalt fortwährend bezahlt.
Er war wieder in Paris, einen wirklich Unbequemen hätten die Herrscher in Moskau im Ausland auch verhungern lassen können. Ein Jahr später, als der deutsche Panzersturm durch Frankreich fegte, wollte er natürlich raus aus der Stadt. Doch die noch funktionierende französische Administration ließ ihn nicht ausreisen, da es Ehrenburg in seinem Gastland mit der Steuer nicht so genau genommen hatte. Wohin flüchtet so einer, ein notorischer Kritiker der Zustände in der Sowjetunion? Noch dazu einer, der für seinen ehemaligen Arbeitgeber in der Sowjetunion offiziell nicht mehr existierte? Natürlich in die Botschaft der Sowjetunion, um von dort nach Moskau auszureisen.
„Die einzige historische Mission, wie ich sie sehe, besteht bescheiden und ehrenwert darin, die Bevölkerung von Deutschland zu vermindern.“
“Zähle nur eins – die von dir getöteten Deutschen.”
Ungezügelter Hass – das wahre Gesicht?
Das Interessanteste, abgesehen vom vagabundierenden Lebenswandel und der ungewöhnlichen Beziehung zu den bolschewistischen Machthabern im Kreml, am Leben des Ilja Ehrenburg ist wohl der Umstand, daß dieser Literat nur für eine Art Machwerke seines schriftstellerischen Schaffens berühmt wurde. Aber nicht für Gedichte oder Romane! Die Haßausdünstungen seines Gehirns sollten mehr Menschen erreichen und ihr Leben entscheidender verändern, als es seine „Friedensliteratur“ je konnte.
Die im Text schon eingestreuten Zitate, man will sagen seines Hauptwerkes, stammen allesamt aus der Zeit des zweiten Weltkrieges. 3.000 Zeitungsartikel, Flugblätter, Aufrufe u.ä. derartigen Inhaltes soll Ilja Ehrenburg im Verlauf des Krieges hervorgebracht haben. Der Volksmund sagt: „Im Krieg zeigt jeder sein wahres Gesicht“.
Wenn dem so ist, dann war Ilja Ehrenburg ein Hasser wie er im Buch der Sünden steht. Natürlich kennt jeder Krieg Propaganda und jede Seite motiviert ihre Soldaten für den Kampf. Doch Ilja Ehrenburg verachtete nicht den deutschen Soldaten, er haßte die Deutschen generell und rief zum Mord an allen Deutschen auf – ausnahmslos. Nie vorher oder nachher verwandte er solch eine Sprache, die so aus seinem Inneren zu kommen schien. Er hat sich nie davon distanziert. Hier zeigte er das Innere seines Wesens.
“Wir wissen alles. Wir erinnern uns an alles. Wir haben begriffen: Die Deutschen sind keine Menschen. Von nun ab ist das Wort ‚Deutscher’ für uns der allerschrecklichste Fluch. Von nun ab entladet das Wort ‚Deutscher’ das Gewehr. Wir werden nicht reden. Wir werden uns nicht empören. Wir werden töten. Wenn du im Laufe des Tages einen Deutschen nicht getötet hast, ist dein Tag verloren. Wenn du denkst, daß dein Nachbar für dich einen Deutschen tötet, dann hast du die Bedrohung nicht erkannt. Wenn du den Deutschen nicht tötest, wird der Deutsche dich töten. Er holt deine Nächsten und wird sie in seinem verfluchten Deutschland quälen.
Wenn du den Deutschen mit der Kugel nicht töten kannst, töte den Deutschen mit dem Seitengewehr. Wenn es auf deinem Frontabschnitt ruhig ist, wenn du auf den Kampf wartest, töte den Deutschen vor dem Kampf. Wenn du den Deutschen leben läßt, wird der Deutsche einen russischen Menschen erhängen und eine russische Frau schänden.
Wenn du einen Deutschen getötet hast, töte noch einen – es gibt für uns nichts Lustigeres, als deutsche Leichen. Zähle nicht die Tage. Zähle nicht die Wersten. Zähle nur eins: die von dir getöteten Deutschen. Töte den Deutschen! – das bittet die alte Mutter. Töte den Deutschen! – das fleht das Kind. Töte den Deutschen! – das ruft die Heimaterde. Verfehle nicht das Ziel. Laß ihn nicht entgehen. Töte!“
Und das Ergebnis? Es gibt unzählige Berichte von Vertriebenen aus Ost- und Westpreußen, Pommern und Mecklenburg. Stellvertretend für all das Leid soll hier nur ein Bericht aus einer Veröffentlichung von „WELT- Online“ vom 20. Februar 2005 stehen.
„Damerkow in Pommern am 9. März 1945. In der Stube eines Bauernhauses kauern einige Greise, Frauen und Kinder. Sie haben Angst, denn russische Verbände sind in den Ort eingerückt. Kurz darauf sei, berichtet eine Überlebende, ein Rotarmist in den Raum gestürzt:,Er sagte kein Wort, guckte sich um und ging nach hinten, wo die jungen Mädchen und Frauen saßen. Er winkte nur einmal mit dem Finger nach meiner Schwester. Als diese nicht gleich aufstand, trat er dicht vor sie hin und hielt seine Maschinenpistole gegen ihr Kinn. Da krachte auch schon der Schuß. Ihr Kopf fiel auf die Seite und das Blut rann in Strömen. Sie war sofort tot, ohne nur einen Laut von sich zu geben.’“
Gutmeinende versuchen eine Rechtfertigung dieses Handelns – es war ja schließlich Krieg und Ehrenburg mußte zeigen, daß er wirklich auf Seiten der Sowjetunion stand usw.
Er selbst versuchte kurz vor dem Kriegsende sein Handeln zu reltativeren. Nach einer Reise durch das von der Roten Armee verheerte Ostpreußen und Pommern äußerte er sich „offiziell“ kritisch über die Zustände, die dort unter der Besatzung herrschten – und wurde prompt „offiziell“ wieder gemaßregelt.
„Zähle nicht die Tage. Zähle nicht die Wersten. Zähle nur eins: die von dir getöteten Deutschen.“
“Das Problem ist, ob es besser ist, die Deutschen mit Äxten oder mit Knüppeln zu erschlagen?”
Wieder im Westen – und zurück
Doch andererseits kam so einer natürlich in der bürgerlichen Künstlerszene des Westens schlecht an. Daher kam sein neuerlicher Schwenk weg von den Taten der roten Befreier auf deutschem Boden gerade recht. Natürlich blieb er Korrespondent der Iswestija. Doch jetzt in den USA. Europa und Paris im Besonderen waren so kurz nach Kriegsende noch etwas ungastlich hergerichtet. Zumal ja die USA der erkennbar neue Gegenpol zur Sowjetunion waren. So ein „offizieller“ Unbequemer aus der Sowjetunion mußte da natürlich hin. Und wieder zurück.
Er veröffentlichte in der Sowjetunion Kriegsromane, die so gut ankamen, daß er sich in der Nähe von Moskau eine Datscha kaufen konnte. Immerhin war er jetzt ja auch schon an die sechzig Jahre alt, einem Alter, in welchem man sich durchaus nach einem ruhigen, schönen Ort sehnt. Er war weiterhin literarisch aktiv, schrieb und organisierte Kongresse, jetzt aber alles von der Sowjetunion aus. Dort verstarb er 1967 in Moskau.
Letztendlich handelt es sich bei Ilja Ehrenburg wahrlich um kein großes Aushängestück der Weltliteratur. Auch seine vom Haß zerfressene Greuelpropaganda könnte wohl allenfalls künftigen Generationen als abschreckendes Beispiel dienen. Dennoch, statt den Mantel der Vergessens um diesen widerwärtigen, stalinistischen Chefpropaganda zu hüllen, ist heute immer noch eine Straße in Rostock-Toitenwinkel nach ihm benannt.
Quelle: Dirk Vorbröker /
http://www.mupinfo.de