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31.05.2010

Lesezeit: etwa 4 Minuten

Friedrich Engels - Noch immer ein Vorbild für die deutsche Linke?

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Zusammen mit Karl Marx gilt Friedrich Engels (1820 - 1895) als der Begründer des Kommunismus. Im Jahre 1844 lernten sich beide kennen und beschlossen sogleich aufgrund vieler politischer Gemeinsamkeiten, zusammenzuarbeiten. Bekanntestes Produkt der langjährigen Zusammenarbeit ist das „kommunistische Manifest“, welches Marx 1848 nach einem Entwurf von Friedrich Engels veröffentlichte. Hierin formulierten sie die Grundlagen des Klassenkampfes und der gesamten sozialistischen Ideologie. Es beeinflußt noch heute fast jede kommunistische und sozialistische Ideolodie-Variante.

Auch nach dem Tod von Marx und Engels blieben die politischen Überlegungen der beiden Begründer des Kommunismus unvergessen. heute, über 150 Jahre nach der Veröffentlichung des „kommunistischen Manifests“, existiert in Deutschland eine „Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands“ (MLPD) und auch siebzehn Jahre nach dem ruhmlosen Untergang der verhaßten DDR spuken die mißverstandenen Gedanken von Marx und Engels in den Köpfen irregeleiteter Linker rum.

Doch eigentlich dürften einige Äußerungen von Friedrich Engels bei der heutigen Linken äußerst sauer aufstoßen, denn der folgende 1840 von Friedrich Engels verfaßte Text scheint eher aus einer nationalistischen Feder zu stammen:

„Nachdem Burgund und Lothringen uns entrissen, nachdem wir Flandern französisch, Holland und Belgien unabhängig werden ließen, nachdem Frankreich mit dem Elsaß schon bis an den Rhein vorgedrungen und nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der ehemals deutschen linken Rheinseite noch unser ist, jetzt schämen wir uns nicht, großzutun und zu schreien: „Das letzte Stück sollt ihr wenigstens nicht haben.“ O, über die Deutschen! Und wenn die Franzosen den Rhein hätten, so würden wir doch mit dem lächerlichsten Stolz rufen: „Sie sollen sie nicht haben, die freie deutsche Weser!“ und so fort bis zur Elbe und Oder, bis Deutschland zwischen Franzosen und Russen geteilt wäre und uns nur zu singen bliebe: „Sie sollen ihn nicht haben, den freien Strom der deutschen Theorie“... Statt daß wir Buße tun in Sack und Asche für die Sünden, durch die wir alle jene schönen Länder verloren haben, für die Uneinigkeit und für den Verrat an der Idee, für den Provinzial-Patriotismus, der vom Ganzen um des lokalen Vorteils willen abfällt, und für die nationale Bewußtlosigkeit... So lange die Zersplitterung unseres Vaterlandes besteht, so lange sind wir politisch null. So lange sind öffentliches Leben, Pressefreiheit und was wir noch mehr verlangen, alles fromme Wünsche, deren Ausführung immer halb bleiben wird... Es ist noch genug über die Alpen, den Rhein und die Weichsel heimzuschicken. Den Russen wollen wir ihre Pentarchie lassen; den Italienern ihren Papismus und was daran klebt, ihren Bellini, Donizetti und selbst Rossini, wenn sie mit diesem großtun wollen gegen Mozart und Beethoven; den Franzosen ihre arroganten Urteile gegen uns, ihre Vaudevilles und Opern, ihren Scribe und Adam. Wir wollen heimjagen, woher sie gekommen sind, alle die verrückten ausländischen Gebräuche und Moden, alle die überflüssigen Fremdwörter. Wir wollen aufhören, die Narren der Fremden zu sein, und zusammenhalten zu einem einigen, unteilbaren, starken, freien deutschen Volk!“

Die „Linke“ in der BRD scheint in diesem Zusammenhang wenig von Engels gelernt zu haben, denn wo dieser noch vom deutschen Staat und Volk redet, schreien die heutigen Linken „Deutschland verrecke“. Im Gegensatz zu Engels Wunsch von einem deutschen Reich bis zur Weichsel und über die Alpen, bejubeln heutige Linke die durch Polen, Dänen, Franzosen, Italiener, Russen und Tschechen annektierten Gebiete nach zwei verlorenen Kriegen, sowie die erneute Trennung Deutschlands von Österreich. Wo damals die Zersplitterung des Vaterlandes beweint wurde, wird heute die (Teil-)Wiedervereinigung beschimpft. Auch an der deutschen Kultur wird von den heutigen Genossen kein gutes Haar gelassen. Sie müsse durch den Import möglichst vieler fremder Kulturen vernichtet werden. Der große linke Traum der multikulturellen Gesellschaft zeugt vom heutigen Denken, während Engels noch alle ausländischen Gebräuche heimschicken wollte. Wer auf linken Weltnetzseiten eine falsche deutsche Sprache bemängelt, wird der Deutsch-tümelei bezichtigt.

Doch es kommt noch schlimmer: Wer heutzutage mit Friedrich Engels Worten von 1840 spricht, wird als Faschist und Neonazi beschimpft und gesellschaftlich geächtet.

Viele der damaligen linken Ideologen haben Sachen gesagt oder getan, die für die heutige Linke jeder Couleur völlig inakzeptabel sind. Statt einer damals angestrebten eigenen politischen Weltanschauung zählt für die heutige Linke vor allem der „Kampf gegen den Faschismus“. Das bedeutet: Alles, was vermeintliche „Rechte“ wollen, ist falsch und muß bekämpft werden. Diese verquere Logik führt sogar dazu, daß die ursprünglich antiimperialistische und antiisraelische Haltung zugunsten von Israel- und USA-Fahnen aufgegeben wird, nur weil Nazis auch antiimperialistisch sind.

In ihrem grenzenlosen Haß gegen alles Nationale hat die deutsche Linke schon längst ihre eigene politische Position verloren. Politische Impulse gehen von ihr nicht mehr aus, lediglich in der Zuwanderungspolitik kann sie ihre Meinung noch vertreten (allerdings auch entgegen der ursprünglichen politischen Überzeugung). Die einzige Gefahr geht noch von linken Gewalttaten aus, denn auch ideen- und perspektivelose Menschen können Steine und Molotowcoctails werfen oder Autoreifen zerstechen! Politisch ist die bundesdeutsche Linke schon lange nicht mehr ernst zu nehmen.

Quelle: http://www.mein-sh.info

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