27.05.2010
Lesezeit: etwa 3 Minuten
NPD-Anfrage zum medizinischen Notstand im Kreis Bad Dürkheim
»
Zur Hauptseite wechselnImmer mehr Arztpraxen schließen, vor allem im ländlich geprägten Raum. Doch diese Entwicklung kommt nicht überraschend. Es sind Regionen wie der Pfälzer Wald, in der der Ärztemangel unübersehbar ist. Immer mehr Hausarztpraxen schließen. Neben der medizinischen Unterversorgung sind es aber auch Arbeitsplätze, die damit verloren gehen.
Wann konnt der medizinische Notstand auf dem pfälzer Land?
Es hat sich bereits herumgesprochen, daß es zu einem Fachkräftemangel gekommen sein soll. Diesen Fachkräftemangel scheint es zumindest im ärztlichen Bereich in ländlichen Gebieten wirklich zu geben, während in den Großstädten ein Überschuß an ärztlicher Versorgung existiert. Damit existieren reell Versorgungsengpässe. Die Beispiele Saale-Kreis in Sachsen-Anhalt, in dem eine Unterversorgung von 67 Prozent, und die Stadt München, in der eine Überversorgung von 150 Prozent besteht, verdeutlicht dies. Verschärft wird diese Situation auch noch durch zwei weitere Faktoren, nämlich die, daß die Altersstruktur der Ärzte sehr unausgeglichen ist. Viele Ärzte stehen kurz vor dem Ruhestand, in den sie im Durchschnitt mit 64 Jahren eintreten. Zahlen der KV besagten, daß in den nächsten 5 Jahren ganze 41.000 Ärzte in den Ruhestand gehen werden und bereits jetzt 20.500 Ärzte über 60 Jahre alt sind. Und Fakt ist, daß Ärzte die Patienten von geschlossenen Praxen übernehmen, die Behandlungskostenübernahme dieser Patienten erst bei der zuständigen Krankenkasse beantragen müssen. Dadurch sehen sich viele Ärzte außerstande neue Patienten aufzunehmen, da die Kostenübernahme nicht gesichert ist. Andere wiederum suchen ihr persönliches und berufliches Glück im Ausland. Innerhalb der letzten 7 Jahre wanderten ganze 12.000 Ärzte ins Ausland ab. In den letzten 3 Jahren gingen 200 Mediziner allein aus Mecklenburg Vorpommern ins Ausland, die nur teilweise ersetzt werden konnten. Ein Grund ist die steigende Bürokratie in den Praxen, sowie das Sinken der Honorare bezogen auf den Verbraucherindex. Schon jetzt sind die Abgänge größer als die Zugänge bei den Ärzten und auch schon jetzt gibt es eine Nachbesetzungsquote von nur 63 Prozent. Dem Wegbrechen der ärztlichen Infrastruktur versucht der Gesetzgeber nun mit verschiedenen Mittel zu begegnen. Unter anderem wurde die Altersgrenze für Mediziner auf 68 Jahre angehoben und auch eine Verlängerungsprämie von 15.000€ wird bei Praxisweiterführung wird ausgeschüttet.
Aus den oben genannten Gründen stellt der NPD-Kreitagsabgeordnete Klaus Armstroff an die Landrätin Röhl folgende Fragen:
Sehr geehrte Frau Landrätin Röhl,
als Mitglied des Kreistags bitte ich um Beantwortung folgender Fragen:
1. Wie viele Haus- und Allgemeinärzte sind in Landkreis tätig?
2. Wie viele Gesundheitszentren und Notfallambulanzen befinden sich im Landkreis?
3. Wie hoch ist die Zahl der Ärzte welche innerhalb dieser Legislaturperiode aufgrund altersbedingten Ruhestands aus dem aktiven Arztberuf ausscheiden werden?
4. Wie viele Haus- und Allgemeinmediziner fehlen im Landkreis zu einer vollständigen, 100%igen medizinischen Versorgung der Einwohner?
5. Gab oder gibt es Gespräche zwischen dem Landkreis und der Kassenärztlichen Vereinigung, die eine Besserung der medizinischen Grundversorgung durch Haus- und Allgemeinmediziner für die Einwohner unseres Landkreises zum Ziele haben?
6. Wie gedenkt die Verwaltung den Ärztemangel von fehlenden Haus- und Allgemeinmediziner im Landkreis zu beseitigen oder gar einen drohenden "Ärztenotstand" zu verhindern?
7. Gibt es überhaupt Interesse am Thema und ein Bewusstsein für dieses Problem? Wenn ja, welche Initiativen wurden bereits gestartet?
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Armstroff
Quelle:
www.npd-in-rlp.de