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21.05.2010

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Arbeitertum - Der demographischen Katastrophe entgegen

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Die demographische Entwicklung befindet sich in der Bundesrepublik Deutschland auf einem neuen Tiefstand. Seit 1948 war kein Geburtenjahr mehr derart schwach gewesen. So sank im Jahr 2009 die Zahl der Geburten in Deutschland um 3,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008. Dies sind die offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. 2009 habe es über 190.000 mehr Sterbefälle als Geburten gegeben.

Dementgegen versuchte die Familienministerin Kristina Schröder zu beruhigen. Die Zahl der Geburten mit 1,38 Kinder pro Frau sei doch konstant geblieben, so die CDU-Politikerin. Das statistische Bundesamt verweist darauf das die Zahl der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren in den letzten Jahren um über 500.000 drastisch abgenommen habe. Junge Mütter sollten durch Kita-Plätze zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelangen, so Schröder.

Die Frage, die sich stellt, ist selbstverständlich darauf ausgerichtet, welche schwerwiegenden Folgen der Geburtenschwund für die deutsche Nation nach sich ziehen wird. Experten rechnen schon seit Jahren vor, dass bei dieser Entwicklung die Bevölkerung der Bundesrepublik von 82 Millionen auf gerade einmal 30 Millionen bis zum Jahr 2100 schrumpfen könnte. Andere Zahlen gehen sogar von einem Schrumpfungsprozess aus, der diese Zahl auf 24 Millionen Einwohner dezimieren würde. Eine „Bevölkerungserrechnung“ des statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2005 ergab, dass bis zum Jahr 2050 die Bevölkerung in den sogenannten „alten Bundesländern“ von 59,5 Millionen auf 39,5 Millionen herabsinken würde und in den „neuen Bundesländern“ von 15 auf 9,5 Millionen. Die Zahl der Ausländer würde von knapp über 7 Millionen auf bis zu 19 Millionen ansteigen.

Seit den 70er Jahren liegt die Geburtenquote in der Bundesrepublik bei 1,3 bis 1,4 Kindern pro Frau. Um den Bevölkerungsschwund aber zumindest zu stoppen, wäre eine Geburtenrate von ca. 1,9 bis 2,0 Kindern je Frau von Nöten. Deutschland liegt damit in der europäischen Union stets auf einem der letzten Plätze, zumeist wird dies nur noch von der Geburtenentwicklung in Italien unterboten. Es fehlen als faktisch über 30 Prozent an Müttern die nötig wären, um das Geburtenniveau auf einem entsprechenden Level zu halten. Die Katastrophe ist somit vorprogrammiert. Hinzu kommt ein weiteres Problem und zwar die Tendenz zur Überalterung – ein Phänomen das aber praktisch die ganze „westliche“ Welt mit sich trägt. Zum einem sinkt die Geburtenrate, zum anderem werden die Menschen in den westlichen Industrienationen aber immer älter. Dieser Trend soll sich weiter fortsetzen. Erhebungen gehen davon aus das die Menschen bis zum Jahr 2050 im „Westen“ wohl im Schnitt 85 Jahre alt werden.

Gleichsam wird aber die Zahl der Erwerbstätigen weiter herabsinken. Wahrscheinlich wohl um 15 bis 20 Prozent bis zum Jahr 2050. Dass die beschriebenen Entwicklungen eine unglaublich gesellschaftliche Sprengkraft in sich tragen, wird nun jedem klar denkenden Menschen ersichtlich sein. Auch die Renten- und Sozialsysteme des alten rheinischen Kapitalismus stehen hier vor ihrem Ende. Gleichzeitig wird die soziale Krise durch die Neoliberalen und Marktradikalen weiter verstärkt und intensiviert. Die Rezepte der Neoliberalen sind Kürzungen, Kürzungen und noch mal Kürzungen. Gleichzeitig gerät auch das Gesundheitssystem immer mehr in die Krise, weil die Zahl der Dement- und Diabetiskranken weiter enorm ansteigt. Hinzu kommen Stresserkrankungen die vor allem durch den kapitalistischen Arbeitsprozess hervorgerufen werden. Ansteigen wird auch die Zahl der Pflegebedürftigen und dies in einer Gesellschaft die sich zusehends entsolidarisiert.

Sozialpolitisch sieht es auch düster aus. Der alte Mittelstand bricht weg, während sich die neue Klassengesellschaft samt Unterschicht verbreitet. Gleichzeitig gibt es, neben einer steigende Anzahl von sozial Abgestiegenen, eine neue Oberschicht von Mehrfachmillionären und Mehrfachmilliardären. Die Schere zwischen Arm und Reich vergrößert sich immer weiter. Die Unterschichten werden dann durch Brot und Spiele (Glotze) bei Laune gehalten. Dumpinglöhne und Zeitarbeit werden weiter vorangetrieben, sodass viele Menschen bei immer knapper werdender Arbeit mit einem „Job“ gar nicht mehr über die Runden kommen. Eine Teilnahme an gesellschaftlichen und kulturellen Prozessen ist dann vielen Deutschen gar nicht mehr möglich. Dies alles führt, wie man heute längst beachten kann, zu Ghettoisierung, Parallelgesellschaften in Großstädten und neuen Subkulturen sowie Submilieus.

Diese Zustände lassen sich aber gar nicht mit der Herausbildung des Proletariats vergleichen, weil diese neue Klassengesellschaft eine ohne Werte ist, zumal sie sich ihres Ausgbeutetseins nur marginal bewusst ist und selbst über kein Klassenbewusstsein verfügt. Diese neue Unterklasse ist zugleich ausgebeutet als auch von der Gesellschaft oder der gesellschaftlichen Teilhabe gänzlich ausgeschlossen. Diese Gruppen verlieren zusehends an Identität und verleihen sich vor allem Ausdruck durch rohe Gewalt und Kriminalität, ohne dahinter aber politisches Bewusstsein zu wecken.

Während die Zahl der autochthonen Deutschen immer mehr abnimmt, steigt die Zahl der Ausländer dramatisch an. Bereits in 100 oder zumindest in 200 Jahren werden in Deutschland die Deutschen selbst in eine Minderheitenposition gelangen. An dieser Entwicklung haben vor allem die Oberschichten und Großkapitalisten ein Interesse die zum einem die Löhne der deutschen Arbeiter drücken und zum Arbeitsstandards herabdrücken können. Die nationalmasochistische deutsche Linke spielt dieses Spielchen aus Naivität mit. Sie ist gerade dabei, auf lange Sicht die deutsche Arbeiterklasse abzuschaffen. Es sollte davon ausgegangen werden, dass es bei dieser Entwicklung zu Verteilungs- und Revierkämpfen zwischen den einzelnen Zuwanderergruppen kommen wird.

Verschiedenste Gruppen werden diese neue Gesellschaft dominieren wollen. Hinzu kommt, dass wohl keine Zuwandergruppe eine eindeutige Mehrheit stellen wird. Historisch gesehen führen solche Zustände oftmals zu Bürgerkriegen und Schlimmeren. Innerhalb dieser Verteidigungskämpfe hätten aber die Deutschen denkbar schlechte Karten, weil man sich selbst durch Nationalmasochismus und der Rassismuskeule außer Gefecht gesetzt hat.

Diese Schreckensvision ist nicht unausweichlich, aber bei den derzeitigen Zuständen durchaus wahrscheinlich. Zum einem gefährdet die demographische Entwicklung den Fortbestand des deutschen Volkes, zum anderem verschärft sich die verbrecherische Todesspirale des Kapitalismus, der zusehends zu einer neuen Form des Feudalismus überzugehen scheint. Diese Tendenzen findet man schon heute zur Genüge. Der Generalangriff auf die Nationalstaaten durch die globalistische Akkumulation des Kapitals und die aktuelle Entwicklung des Finanzkapitals bringt in ihrem Kern auch die sogenannte „Multikulturelle Gesellschaft“ hervor. Der Freie Verkehr von Waren, Dienstleistungen und „Humankapital“ beinhaltet auch den Zwang zur „Multikulturellen Gesellschaft“, die im Kapitalismus immanent ist. Der Kapitalismus ist also Ursache des bereits skizzierten Volkstodes. Wer dies als Antikapitalist nicht verstehen will, dem ist nun kaum noch zu helfen.

Quelle: http://arbeitertum.wordpress.com

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