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07.03.2010

Day of Honour (Tag der Ehre) in Budapest 2010

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Wie seit mittlerweile mehr als zehn Jahren, sollte auch dieses Jahr wieder in der ungarischen Hauptstadt Budapest der "Day of Honour" (Tag der Ehre) stattfinden. Anders als in den Vorjahren fand der Termin dieses Jahr nicht zeitgleich mit dem Trauermarsch in Dresden statt, sondern wurde verschoben, weshalb auch Aktivisten des Freien Netzes Jena dieses Jahr den langen Weg nach Budapest auf sich nahmen, um gemeinsam mit den ungarischen Kameraden der Gefallenen der Kesselschlacht von Budapest zu gedenken.

Die Kesselschlacht von Budapest war eine der längsten und blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkrieges. Zwischen dem ersten Auftreten sowjetischer Panzer und der endgültigen Niederlage Budapests lagen 102 Tage. Im Vergleich dazu fielen Berlin und Wien nach nicht viel mehr als einen Monat. Die Belagerung begann am 29. Oktober 1944, vorerst nur von einer Seite, jedoch aufgrund der sowjetischen Übermacht, und der damit verbundenen Überquerung der Donau bald schon von allen Seiten. Dennoch gelang es den Belagerern nicht, die Stadt Budapest zu besetzen, denn sie hatten nicht mit dem heldenhaften und tapferen Einsatz deutsch-ungarischer Truppen gerechnet, die mit allen Mitteln die Einnahme der Stadt verhindern wollten. So konnte die geplante Besetzung bis zum 7. November 1944 abgewehrt werden. Nachdem sich die Schlinge der sowjetischen Einheiten um die Stadt herum immer mehr zuzog und am 10. Februar fast nur noch der Festungsberg gehalten werden konnte, das Stadtteil der Pester Seite gänzlich verloren war, drei deutsche Befreiungsoffensiven missglückten und sich der Munitionsvorrat dem Ende neigte, blieb den Verteidigern nur noch die Möglichkeit des Ausbruches, oder die Aufgabe.
Auch wenn hier die Aufgabe vollkommen verständlich gewesen wäre, kam es den völlig erschöpften und ausgehungerten Soldaten nicht in den Sinn, ihre Waffen zu den Füßen der mörderischen und barbarischen Sowjet-Macht zu legen. Sie entschieden sich für den Ausbruchsversuch. Mit fast leer geschossenen Magazinen, keinerlei Rückendeckung und einer feindlichen Übermacht gegenüberstehend, begann das Unterfangen am 11. Februar 1945. Da die sowjetischen Einheiten aber mit einem Ausbruchsversuch rechneten und durch Verrat in den eigenen Reihen Teile der Ausbruchspläne preisgegeben wurden, stand der verzweifelte Versuch der tapferen Soldaten von Budapest unter keinem guten Stern. Trotz allem ca. 16000 Soldaten, die Stadtgrenze von Buda zu erreichen. Nur etwa 700 von ihnen erreichten jedoch die Linie der Deutsch-Ungarischen Front. Der Kampf um Budapest kostete alleine 100.000 Wehrmachtssoldaten das Leben. 20 Divisionen und fast 1.000 Flugzeuge der Roten Armee wurden aber 51 Tage lang gebunden, da die sowjetische Führung die Einnahme Budapests als Voraussetzung für den weiteren Vormarsch ansah.

Wozu also war dieses krampfhafte und blutige Verteidigen Budapests nützlich? Mit ihrem heldenhaften Einsatz verhinderten diese Soldaten mit der Hingabe ihres Lebens das schnelle Vordringen der kommunistischen Macht in Europa. Ohne die Festung Budapest hätten die sowjetischen Einheiten bis tief nach Mitteleuropa vordringen können. Sie hätten viel größere Teile Europas eingenommen und damit weite Teile des Kontinents unter bolschewistischen Einfluss gebracht. Dies galt es, mit allen noch zur Verfügung stehenden Kräften zu verhindern…


Zum Reisebericht

Am Freitagabend machte man sich mit dem Auto auf gen Süden, um sich einer größeren Reisegruppe mit Reisebus anzuschließen. Am Treffpunkt angekommen, wurde man begrüßt und nachdem man vollzählig war, begann die Reise. Da man im Vorfeld bereits erfahren hatte, dass die Gedenkveranstaltung aufgrund staatlicher Repressionen abgesagt worden war, hoffte man auf eine Ersatzveranstaltung der ungarischen Kameraden. Nach einer mehr als zehnstündigen Fahrt, und mehreren polizeilichen Maßnahmen war man schließlich in Budapest angekommen, und war im ersten Moment enttäuscht, als man erfuhr, dass entgegen aller vorher gehegten Hoffnungen keine Ersatzveranstaltung geplant war. Den Kopf wollte man indes nicht hängen lassen, und so begab man sich mit bereits ortskundigen Kameraden zu einem kulturellen Ausflug in die Stadt, der zunächst auf die Zitadelle führte.

Auf dem Berg angekommen, staunte man über den schönen Ausblick auf die altehrwürdige Donaustadt und schoss einige Erinnerungsfotos.

Nachdem man sich gesammelt hatte, nahm man sich die Zeit für eine kurze Gedenkminute zu Ehren der Gefallenen der Kesselschlacht von Budapest.

Im Anschluss daran wurde noch das Bunkermuseum besucht, welches sich ebenfalls auf dem Berg befindet, und einen sehr guten historischen Einblick gewährt.

Nachdem die Zitadelle erkundet worden war, begab man sich in die Innenstadt, um sich noch etwas für das am Abend stattfindende Konzert zu stärken. Wie jedes Jahr veranstalteten die Organisatoren des „Tages der Ehre“ auch 2010 ein Gedenkkonzert mit ungarischen und deutschen Musikgruppen, welches – im Gegensatz zur eigentlichen Veranstaltung - auch wie geplant stattfand und nicht von den behördlichen Repressionen betroffen war.

So ließ man den Abend musikalisch ausklingen, lernte viele neue ungarische und deutsche Kameraden kennen und mit einem bleibenden Eindruck der Stadt Budapest machte man sich in den frühen Morgenstunden wieder auf in die Heimat.

Obwohl es in diesem Jahr keine öffentliche Gedenkveranstaltung gab, ist es den ungarischen Kameraden gelungen, seit elf Jahren das erste Mal auf der Budaer Burg eine würdige Gedenkzeremonie zu veranstalten.

Wir als außenstehende Aktivisten haben diese Reise alles in Allem sehr positiv betrachtet und hoffen, dass wir nächstes Jahr wieder anwesend sein können, um gemeinsam der gefallenen Helden der Budapester Schlacht zu gedenken!

- Es lebe ihr Andenken für ewig! -

Quelle: http://www.fn-jena.de

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