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06.03.2010

Die Opfer waren unsere Familien - Chemnitz am 5.März

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Mit einem Trauermarsch wurde heute an die Bombardierung von Chemnitz durch britische Bomberverbände am 5.März 1945 erinnert. Während der Angriffe vor 65 Jahren wurden große Teile der Innenstadt und des angrenzenden Vorstadtgebietes zerstört. Während verschiedene Quellen von annähernd 4000 Bombenopfern sprechen, betreiben die Demokraten nun auch in Chemnitz die Relativierung alliierter Kriegsverbrechen und das bereits obligatorisch gewordene Herunterrechnen der Opferzahlen. So ist es kein Zufall wenn der Mitteldeutsche Rundfunk im Zusammenhang mit den Ereignissen rund um den 65.Jahrestag des Angriffes auf Chemnitz von etwa 2000 Toten spricht. Doch nicht nur der mediale Umgang mit dem Thema erinnert stark an die auch in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden verfolgte Linie, sondern auch das Kalkül der herrschenden Politikerkaste. So versuchte man nicht zuletzt auch in Chemnitz die Gedenkveranstaltung der nationalen Opposition durch ein Verbot, ausgestellt vom Leiter des Dezernats 3 für Recht und Ordnung, Mirko Runkel (parteilos), zu verhindern. Nachdem jedoch das Verwaltungsgericht Runkels Verbotsverfügung wegen grober Rechtswidrigkeit abgeschmettert hatte, ging man dazu über sich wie in Dresden mit der sonst eher auf Distanz gehaltenen extremen Linken zu solidarisieren. Ein eigens ins Leben gerufenes "Bündnis für Frieden und Toleranz - Kein Platz für Nazis" sollte nun, ganz wie in Dresden, den versammlungsrechtlich nicht anfechtbaren Trauermarsch mittels Blockaden be- und am Ende verhindern. Allen voran die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD), welche neben anderen Parteien, Vereinen, Stiftungen und Chemnitzer Stadträten als Erstunterzeichnerin auf der Unterstützerliste des Bündnisses auftritt. So beteiligte sich Ludwig auch aktiv an der Blockade der für den Trauermarsch angemeldeten Strecke. Verhindern konnten die Demokraten die von mehr als 400 Teilnehmern besuchte Veranstaltung indes nicht.

Gegen 18 Uhr sammelte man sich am unweit des Hauptbahnhofs gelegenen Busbahnhof. Kurz vor 19 Uhr begann nach dem Verlesen der Auflagen die Auftaktkundgebung mit verschiedenen Rednern. Darunter auch Sven Willhardt, Vorsitzender des örtlichen NPD-Verbandes. Direkt im Anschluss wurde Aufstellung genommen und der Trauermarsch setzte sich in Bewegung. Angeführt von schwarzen Fahnen und begleitet vom Schein einiger Fackeln ging es nun durch die über Chemnitz hereinbrechende Nacht. Gegen 19.45 Uhr erreichte der Zug den Thomas-Mann-Platz, wo die Zwischenkundgebung abgehalten wurde. Den Beitrag, in dem auch eine Namensliste der dem Bombenangriff zum Opfer gefallenen Kinder im Alter zwischen 3 Monaten und 18 Jahren sowie mehreren Erzieherinnen des städtischen Kinderheimes verlesen wurde, bestritt ein Vertreter der Interessengemeinschaft Chemnitzer Stadtgeschichte. Nachdem der Trauermarsch problemlos fortgesetzt wurde erreichte dieser kurz nach 20 Uhr den Platz der Abschlusskundgebung in Nähe des Chemnitzer Hauptbahnhofes. Bis zum offiziellen Ende der Veranstaltung gegen 20.30 Uhr sprach auch ein Vertreter parteifreier Aktivisten aus Dortmund. Neben Magdeburg, Dresden und Dessau reiht sich damit auch Chemnitz in die Liste der Städte Mitteldeutschlands ein, in denen es sich junge Menschen zur Aufgabe gemacht haben an das Schicksal unseres Volkes und die Opfer welches es im Kampf um seine Freiheit zu erdulden hatte, zu erinnern.

Quelle: http://www.netzwerkmitte.com

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