08.02.2012
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Pentagon leitet Schrumpfkurs ein
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Das US-Militär muss eine halbe Billion Dollar einsparen und die Zahl der Soldaten um 100.000 abbauen. Zwar versichert das Pentagon, dass es keine Einschränkungen geben wird, doch es sieht eher danach aus, dass gute Miene zum bösen Spiel gemacht wird.
Massive Einschnitte
US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat konkrete Pläne zum Umbau der Streitkräfte und zur Senkung der Kosten präsentiert. Trotz aller Bemühungen die Öffentlichkeit und den Kongress zu beruhigen, ist das US-Militär gezwungen, die Ausgaben drastisch zu kürzen und Kriegsgerät stillzulegen. Die US-Streitkräfte sollen effektiver, flexibler, moderner, dynamischer durch neue Technologien gemacht werden. „Qualität ist wichtiger als die Quantität“, sagte US-Generalstabschef Martin Dempsey. „Egal wie, die US-Militärmaschinerie ist weiter imstande, jeden Krieg zu gewinnen“, sagte er.
Es handelt sich wohl nicht um das letzte Dokument für die neue US-Militärstrategie. Die US-Streitkräfte stehen vor einem strukturellen Umbau. Das US-Militär will offenbar aus der „Not eine Tugend“ machen. Neue High-Tech-Waffen und größere Flexibilität werden zwar häufig als Grund angegeben, doch die Einsparungen wurden wegen der Finanzkrise notwendig. Offenbar hat die US-Regierung den Ernst der Lage begriffen, denn bisher galten die Streitkräfte als unantastbar.
Vorsprung durch Kürzungen
Am härtesten trifft es die Verbände der Militär- und Transportflugzeuge. Rund 100 Maschinen des Typs C-5A Galaxy und C-130 Hercules sollen ausgemustert werden. Zudem verzichten die US-Streitkräfte auf den Kauf von neuen Flugzeugen des Typs C-27J Spartan, die wegen Schwierigkeiten mit den Start- und Landebahnen in Afghanistan gekauft werden mussten. Den Transportbedarf soll mit den modernisierten S-130-Maschinen abgedeckt werden.
Die Marine ist von den Kürzungen nicht so sehr betroffen: Sieben Kriegsschiffe sollen ausgemustert werden. Es handelt sich jedoch um die Schiffe, die nicht mit Abfangraketen umgerüstet werden können. Laut Panetta ist es notwendig, weiterhin elf Raketenträger zu betreiben. Angesichts des Abbaus der Präsenz des Heeres im Nahen Osten und in der Asiatisch-Pazifischen Region wird die Bedeutung der Kriegsflotte zunehmen, heißt es.
Die USA wollen den Schwerpunkt offenbar auf die Abschreckung möglicher Feinde durch mobile Angriffskomplexe legen, die um die Trägergruppen stationiert sind und mit Transportkräften der Marineinfanterie ergänzt werden. Die US-Armee wird mindestens acht Brigaden, 80.000 Soldaten und 20.000 Marineinfanteristen abbauen. Betont wird, dass es sich bei der Entscheidung nicht um die Kürzung der Armee, sondern um die Rückkehr ins Jahr 2001 handelt, als es weder die Terrorbekämpfung noch den Einsatz im Irak und in Afghanistan gab (die US-Armee und die Marineinfanterie bekamen danach insgesamt zusätzliche 125.000 Soldaten). Als Grund für diesen Schritt wurden nicht nur die Sparpläne, sondern auch der Truppenabzug aus dem Irak und der stufenweise Abbau der US-Truppen in Afghanistan bezeichnet.
Billiger Imperialismus
Die US-Militärs wollen künftig verstärkt auf Aufklärungsdrohnen setzen. Die US-Luftwaffe wollte Maschinen des Typs RQ-4 Global Hawk der Block-30-Serie kaufen, weil sie günstiger als die legendären U-2-Spionage-Flugzeuge hätten sein sollen (bei Produktion und Wartung).
Allerdings explodierten die Kosten. Es stellte sich auch heraus, dass die neuen Drohnen deutlich teurer bei der Wartung sind. In der US-Rüstungsindustrie gibt es wohl viele solche Geschichten. Das Pentagon macht sich Sorgen (also nicht nur Russland) wegen des Preisanstiegs für Rüstungen. In der Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg war der Begriff „billige imperialistische Politik“ gebräuchlich. Er war 1922 nach der Washingtoner Konferenz 1922 über Großbritanniens Einsparungen bei der Kriegsflotte aufgetaucht. Dieselbe Militäraufgaben mussten damals mit weniger Mitteln verwirklicht werden.
Das Pentagon steht vor einer ähnlichen Situation. Im Falle Großbritanniens endete alles mit einem weniger erfolgreichen Krieg und der endgültigen Abstieg als Weltmacht.
Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.
Quelle: http://de.rian.ru