18.12.2009
In unserer heutigen Zeit macht sich zunehmend ein gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Umbruch bemerkbar, der in seiner Intensität und Vielschichtigkeit alle bisherigen „Weltrevolutionen“ in den Schatten stellte: die Globalisierung. Auf allen Erdteilen hat der internationale Turbokapitalismus mittlerweile Einzug gehalten. Während in den Entwicklungsländern immer mehr Arbeitssklaven für einen Hungerlohn die Profite der „Global Player“ erwirtschaften, verlieren die Menschen in unseren Breiten ihre Arbeitsplätze.
Billigprodukte aus dem Ausland dominieren den hiesigen Markt und verdrängen die Erzeugnisse der heimischen Betriebe. Das real existierende Kapital überwindet in der heutigen Zeit bestehende Grenzen mit spielender Leichtigkeit. Eine konkrete Bindung an Nationalstaaten, die beispielsweise während der ersten Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert noch gegeben war, fühlen sich die Konzerne nicht mehr verpflichtet. Vielmehr nivellieren sie jegliche Organisationsformen auf staatlicher Ebene, um noch weit reichender weltweit agieren zu können. So ist beispielsweise die Politikerkaste der westlichen Welt zunehmend gezwungen, die Sozialleistungen für die Bürger drastisch einzuschränken, um im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben. Damit rütteln die Herrschenden natürlich auch an ihrer eigenen Existenzberechtigung. Mit dem Streben, den „Wirtschaftsstandort“ Deutschland an die Bedingungen der „Global Players“ anzupassen, wird die staatliche Fürsorgepflicht den Bürgern gegenüber ad absurdum geführt. Die staatliche Souveränität muss sich dem internationalen Finanzkapital unterordnen. Aber auch das direkte Verhältnis von Arbeiter und Unternehmer hat sich nachhaltig verändert.
Die Macht der Arbeiterbewegung („Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will!“) gehört vergangenen Zeiten an. Eine indirekte Abhängigkeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gibt es nicht mehr. Die Lohnabhängigen werden nicht mehr nur ausgebeutet, sondern von dem Arbeitsprozess schlichtweg ausgeschlossen, wenn sie nicht mehr benötigt werden oder die weit reichenden Bedingungen der totalen Profitmaximierung nicht länger tragen können. Schließlich fordert die heutige nomadische Wirtschaft von ihren Protagonisten eine hohe Flexibilität. Nicht selten müssen Arbeitnehmer möglichst schnell auf der ganzen Welt einsatzfähig sein. Dabei löst sich die Bindung an Heimat und Familie natürlich auf. So sind die demographischen Probleme in Europa die unmittelbaren Folgeerscheinungen dieser sprunghaften und ständigen Umsiedelungen. Aber auch das Kapital selbst befindet sich in ruheloser Bewegung. Riesige Summen werden problemlos in sekundenschnelle um den Erdball transferiert. Durch das Kredit- uns Zinswesen entstehen so an den Börsen riesige Spekulationsblasen, die durch reelle Sachwerte nicht mehr gedeckt sind. Dieses Agieren mit virtuellen Zahlen wird, so prognostizieren es bereits führende Wirtschaftswissenschaftler, in absehbarer Zeit zu einem nachhaltigen Zusammenbruch des internationalen Geldwesens führen. Zusammenfassend ist also die Globalisierung in ihrer derzeit existierenden Erscheinungsform als zutiefst menschenfeindlich zu bewerten. Sie vereinheitlicht die Bedürfnisse der Menschen, um den totalen Absatz auf allen Teilen der Erde zu sichern. Die bisher unberührten Naturräume in den Entwicklungsländern, die von den internationalen Großkonzernen in rücksichtslosen Produktionsprozessen zerstört werden, veranschaulichen außerdem die dramatischen Auswirkungen der hemmungslosen Profitsucht auf die Umwelt. Diese verheerende Entwicklung wird nun von vielen Menschen als natürliche Entwicklung der internationalen Wirtschaft interpretiert, die als solche hinzunehmen sei.
Tatsächlich ebneten aber erst gesellschaftliche und weltanschauliche Umbrüche den Weg zur totalen Herrschaft des Turbokapitalismus. Die Anfänge sind bereits 1789 in der französischen Revolution auszumachen. Die damaligen Aufständischen prägten, inspiriert von dem Gedanke der Aufklärung, die Parole „Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit!“. Damit war bereits indirekt ein geistiges Fundament für eine rein materialistische Weltsicht gelegt. Schließlich negierte man wie in heutiger Zeit die biologischen und kulturellen Unterschiede zwischen den Menschen und vertrat ein egalitäres Weltbild. Hinzu kam noch die Emanzipation von der christlichen Kirche und dem dazugehörigen Machtapparat. Auch wenn dieser Schritt damals sicher seine Berechtigung hatte, so stellte man doch die von „Gott gegebene Ordnung“ fundamental in Frage. Die damit einhergehende Säkularisierung verweigerte sich endgültig höheren Werten und Idealvorstellungen und „entzauberte“ faktisch das bisherige Weltbild. Stattdessen rückte allein das „irdische“ Leben und die rationalistische Gedankenführung in den Mittelpunkt des damaligen Denkens. Das „brüderliche“ Miteinander in einer Republik und das materielle Wohlergehen aller Bürger löste das metaphysische Bild einer natürlichen Ordnung mit dem vorrangigen Ziel, ein gottgefälliges Leben zu führen, allmählich ab. Die Frage nach dem Sinn des Lebens wurde fortan nicht mehr gestellt. Diese oberflächliche Weltanschauung, die sich im Wesentlichen auf die Befriedigung niederer Instinkte konzentriert, scheint in der heutigen Zeit endgültig ausgereift zu sein. So erklärte beispielsweise der in der BRD geborene türkische Regisseur Fatih Akin: „Wo ist Heimat? Da wo ich meine Kohle verdiene, so einfach ist das.“ Das bindungslose Individuum im 21. Jahrhundert lebt also einzig und allein auf dieser Erde, um sinnlos Geld zu horten und niedere Bedürfnisse mit wertlosen Konsumgütern zu befriedigen. Eine fanatische Fortschrittsgläubigkeit rechtfertigt per se alle Entartungen, die Identität und mitmenschliche Fürsorge untergraben, als natürlichen Prozess, dem nichts entgegen zu setzen sei. Der Staat in der westlichen Endzeitgesellschaft organisiert zwar mehr schlecht als recht das Wohlergehen seiner Bürger, aber seinen Erziehungsauftrag den Menschen gegenüber und seine geistige Existenzberechtigung hat er verloren. Diese Entwicklungen verdeutlichen die prekäre Dimensionalität und Vielschichtigkeit der fortschreitenden Globalisierung.
Es handelt sich also keineswegs nur um einen wirtschaftlichen Prozess, sondern auch um einen fundamentalen weltanschaulichen Umbruch, der historische Wurzeln aufweist und den Menschen von heute dazu zwingt, anders zu denken und anders zu leben, wenn er kein Verlierer der Globalisierung sein will. Das der globale Turbokapitalismus nun grundlegend einem identitären Menschenbild widerspricht, dürfte wohl hinreichend bekannt sein. Daraus resultierend ist der deutsche Nationalist in all seinen Schattierungen faktisch zu einem nachhaltigen Widerstand gegen die Globalisierung verpflichtet. Nur eines sollte von vornherein klar sein: die Globalisierung lässt sich weder endgültig stoppen noch umkehren. Vorläufig müssen sich die Gegner des internationalen Kapitalismus mit einer Abschwächung der real existierenden Verhältnisse abfinden. Dabei sollte die Konzentration auf den folgenden drei Punkten liegen: den Hauptfeind erkennen – Die Globalisierung lässt sich in ihrer komplexen Erscheinungsform nur schwer erschließen. Währenddessen einige Institutionen und Interessenvertretungen den Globalkapitalismus kritisieren (unbewusst aber trotzdem fördern), gibt es auch wirtschaftliche und politische Einheiten, die eine globalisierte Welt ganz offensichtlich befürworten. Die Vereinigten Staaten von Amerika nehmen hier eine Vorreiterrolle ein. Als federführende Weltmacht erschließen sie den „Global Players“ Absatzmärkte in den entferntesten Winkeln der Erde und verbreitet die Kulturidee des „American way of life“, um die künstlich erzeugten Bedürfnisse der neu gewonnenen Konsumenten an den üblichen Standart anzupassen. Durch diese Praxis können die Amerikaner auch den eigenen Einfluss auf der ganzen Welt weiter ausdehnen. So sind nahezu alle Staaten heute von den USA zumindest wirtschaftlich abhängig. Daher ist der Boykott von US-Waren und die bewusste Ablehnung einer amerikanisch-westlichen Lebensweise unerlässlich, obwohl die USA im eigentlichen Sinne auch nur Instrument der Globalisierung sind. Neue Bündnispartner gewinnen – Spätestens die zahlreichen Widerstandsaktionen anlässlich des G8-Gipfels im Jahr 2001 in Genua haben bewiesen, dass das Lager der Globalisierungsgegner weitestgehend heterogen ist. Auch der „Nationale Widerstand“ sollte sich in die antiglobalkapitalistische Front einreihen. Dabei müssen alte Denkschemen und Vorurteile kontinuierlich aufgesprengt werden. Die Einteilung in Links und Rechts ist in der heutigen Zeit überflüssig. Vielmehr sollte man zwischen Globalisierungsgegner und Globalisierungsbefürworter unterscheiden. Die eigentliche Integration in das globalisierungskritische Lager dürfte aber aufgrund der ideologischen Verbohrtheit einiger engagierter Protagonisten für Nationalisten nicht einfach werden. Denkbar wäre u.a. die Unterwanderung von linksdominierten außerparlamentarischen Aktionsgruppen wie z.B. „attac“. Allerdings muss dabei an der identitären Komponente nationaler Globalisierungskritik beharrlich festgehalten werden. Nationalisten stellen die bestehenden Verhältnisse nicht nur aufgrund einer ungerechten Verteilung des Kapitals in Frage. Die Konzentration sollte weiterhin auf weltanschaulichen Differenzen liegen. In der Zusammenarbeit wäre es außerdem besonders vorteilhaft, die bereits bestehenden Gemeinsamkeiten wie z.B. den antiimperialistischen Grundkonsens zu ungunsten der amerikanischen Kultur- und Geopolitik hervorzuheben.
Eine punktuelle Kooperation sollte auch mit dem islamisch geprägten Widerstand gegen die westliche „Werte“gemeinschaft angestrebt werden. Die durch ihren religiösen Glauben geistig hoch motivierten Kämpfer im Irak oder in Afghanistan stellen auch nach der ungerechtfertigten Besetzung der „Schurkenstaaten“ ein erhebliches Bedrohungspotenzial für die US-Imperialisten dar. Das islamische Netzwerk „Al Qaida“ setzt die westliche Welt durch eine konsequente asymmetrische Kriegsführung zunehmend unter Druck und verweigert sich hartnäckig dem „American way of life“. Und selbst in den westeuropäischen Moscheen werden die dekadenten Verfallserscheinungen der unmittelbaren Umwelt von Moslems erörtert, die bereits seit der dritten Generation in ihren Gastgeberländern leben. Die religiösen Vorstellungen der Moslems lassen sich eben nicht mit dem westlichen Materialismus vereinbaren, finden aber einige Parallelen zu einer nationalistischen Weltanschauung. In der unmittelbaren Zusammenarbeit allerdings sind die Verhältnisse in den westdeutschen Ausländerghettos nicht gerade förderlich. Hier sollte man außen- und innenpolitische Interessen klar voneinander trennen und eine eventuelle Kooperation auf verschiedenen Ebenen fördern. Die Vernetzung vorantreiben – Im anbrechenden 21. Jahrhundert ist eine umfangreiche Vernetzung zwischen den einzelnen Widerstandsgruppen unerlässlich. Die Kontaktaufnahme und das schnelle Agieren auf allen Teilen der Erde ist nur durch eine ausgeprägte Kommunikationsstruktur möglich. In diesem Zusammenhang sollte man nicht vergessen, dass die Globalisierung im Wesentlichen ausschließlich auch auf einer umfangreichen Netzstruktur basiert. Durch die verschiedenen Querverbindungen lässt sich ein solches System natürlich auch nachhaltiger und weitestgehend anonym stören. Als am 11. September 2001 das „World Trade Center“ von zwei Passagierflugzeugen attackiert wurde, waren in kürzester Zeit umfangreiche wirtschaftliche Schäden im bundesdeutschen Mittelstand zu beklagen. Über das globale Netzsystem verbreiteten sich die Folgen des Angriffs schnell über den gesamten Erdball. Das turbokapitalistische System lässt sich also auch mit den eigenen Mitteln bekämpfen.
Quelle: Freies Netz Chemnitz





